So machst du professionelle Headshots zu Hause: Schritt für Schritt
Eine praxisnahe Anleitung für einen brauchbaren professionellen Headshot zu Hause – nur mit Handy, Fenster und Stativ. Inklusive Kleidung und Pose.
Wenn du wissen willst, wie man professionelle Headshots zu Hause macht, brauchst du drei Dinge und eine Stunde. Die drei Dinge: ein Handy mit ordentlicher Kamera, ein nach Norden ausgerichtetes Fenster und eine Möglichkeit, das Handy ruhig zu halten.
Alles andere — Kleidung, Pose, Ausdruck — sind nur Entscheidungen, die du vor der Linse triffst.
Schritt 1: Raum und Tageszeit wählen
Du suchst nach weichem, gerichtetem, indirektem Licht. Die zuverlässigste Quelle ist ein Fenster, das zum Zeitpunkt der Aufnahme keine direkte Sonne abbekommt.
- Nordfenster (auf der Nordhalbkugel) liefern den ganzen Tag über weiches Licht.
- Südfenster (auf der Südhalbkugel) tun dasselbe.
- Jedes andere Fenster funktioniert auch — wähle einfach eine Zeit, in der die Sonne nicht direkt hineinscheint. Morgens bei Westfenstern, nachmittags bei Ostfenstern.
Der Raum sollte ansonsten dunkel sein. Das Fenster soll mit Abstand die hellste Lichtquelle sein. Schließe andere Jalousien. Schalte Lampen und Deckenlicht aus.
Schritt 2: Positioniere dich
Stell dich oder setz dich etwa 1 Meter vom Fenster entfernt hin, mit dem Fenster zu deiner Kamera links oder Kamera rechts — nicht hinter dir und nicht vor dir.
- Die Fensterseite deines Gesichts ist die helle Seite.
- Die andere Seite ist die Schattenseite.
- Deine Nase sollte ungefähr halbwegs zwischen Kamera und Fenster zeigen.
Das nennt man Short-Side-Lighting. Es ist das schmeichelhafteste Setup, das es für ein Gesicht gibt.
Schritt 3: Kamera einrichten
- Handy, Rückkamera, Porträtmodus aus. Die Rückkamera ist deutlich besser als die Selfie-Kamera. Der Porträtmodus verschwimmt oft Ohren und Haare unschön.
- Stativ oder Bücherstapel auf Brusthöhe. Höher als Brusthöhe = Doppelkinn. Tiefer als Brusthöhe = Blick in die Nasenlöcher.
- 60–100 cm vom Gesicht entfernt. Näher daran und du bekommst Weitwinkelverzerrung.
- Selbstauslöser auf 10 Sekunden, mit Serienbildmodus, falls dein Handy das unterstützt.
Wenn du ein neueres iPhone oder Pixel verwendest, stelle auf 1× oder 2× Zoom — niemals auf das 0,5× Ultraweitwinkel, das Nasen riesig wirken lässt.
Schritt 4: Kleidung
Trage eines davon:
- Anthrazitfarbener Blazer über weißem T-Shirt oder offenem Hemd
- Marineblauer Rundhalspullover
- Unifarbene Bluse in mittlerem Ton — Bordeaux, Dunkelgrün, Staubblau
- Weißes Hemd unter einer dunkleren Schicht (nicht nur Weiß — das überstrahlt)
Vermeiden:
- Rein weiße Oberteile (sie überstrahlen neben dem Gesicht)
- Reines Schwarz (flacht die Schultern ab, schluckt Details)
- Unruhige Muster, Logos, fluoreszierende Farben
- Alles, was stark knittert (Leinen) oder ablenkt (auffälliger Schmuck)
Schritt 5: Pose
Die Form, die du willst:
- Körper 15–30° von der Kamera weg gedreht. Hüfte und Oberkörper leicht drehen.
- Schultern zurück und nach unten. Nicht militärisch — einfach nicht zusammensacken.
- Kopf zurück zur Kamera drehen, etwas gerader als der Körper.
- Kinn nach vorn und leicht nach unten schieben. Ja, es fühlt sich seltsam an. Ja, es reduziert den Schatten unter dem Kinn. Das ist der beste Posier-Trick überhaupt.
Ein hilfreicher Coach-Hinweis: Stell dir vor, du willst mit der Stirn eine Wand berühren, die 30 cm vor dir steht. So schiebst du das Kinn automatisch nach vorn, ohne es nach unten zu ziehen.
Schritt 6: Ausdruck
Du wirst viele Fotos machen. Plane zwei Ausdrücke:
- Leichtes Lächeln — denk an etwas Konkretes, das dich wirklich amüsiert, und drücke im halben Moment nach dem Lachen ab.
- Ruhig-neutral — Mund geschlossen, aber nicht verkrampft, die Mundwinkel leicht angehoben. Schau genau eine halbe Sekunde in die Linse.
Vermeiden:
- Das eingefrorene "cheese"-Grinsen
- Gespitzte Lippen
- Weit aufgerissene Augen (entspanne die Stirn)
Schritt 7: 100+ Fotos machen
Mach nicht 10 gute Bilder. Mach 100 okay Bilder. Selbstauslöser plus Serienbildmodus bedeutet, dass du dich zwischen den Aufnahmen leicht bewegen kannst — Winkel anpassen, Ausdruck ändern, blinzeln — und pro Serie ein oder zwei brauchbare Bilder bekommst.
Setz dich, steh auf, wechsle die Kleidung, wiederhole die Beleuchtung. Ziel: 4 unterschiedliche Setups.
Schritt 8: Nur minimal bearbeiten
Öffne die besten 5 Aufnahmen und tue nichts weiter als:
- Eng zuschneiden — das Gesicht füllt 60–70 % des Bildes
- Belichtung um 5–10 % erhöhen
- Highlights leicht reduzieren
- Etwas Wärme hinzufügen, wenn der Raum kühl wirkte
Fass den Hautglättungsregler nicht an. Mach die Zähne nicht weißer. Vergrößere keine Augen. Das sind alles Zeichen für einen "Amateurlook".
Wann das funktioniert — und wann nicht
Dieses Setup liefert ehrlich brauchbare Headshots, wenn:
- du ein Fenster mit weichem Tageslicht hast
- du dir eine Stunde Zeit nehmen kannst
- dein Handy nicht älter als 3 Jahre ist
- du geduldig mit dir selbst bist
Es liefert keine professionelle Studioqualität. Das Licht kommt nur von einer Seite (ohne Aufhellung), der Hintergrund ist das, was du eben hast, und du bekommst nur ein oder zwei Looks.
Die realistische Alternative
Der Grund, warum die meisten nach wie man professionelle Headshots macht suchen, ist, dass sie keinen Fotografen buchen wollen. Verständlich. Aber im Jahr 2026 löst ein AI-Headshot-Generator dasselbe Problem mit weniger Aufwand: Du verbringst dieselben 10 Minuten mit Selfies, dann erstellt ein Modell 100+ vielseitige Porträts in Studioqualität, während du etwas anderes machst.
Wenn du Studio-Look ohne Raum-Setup willst: hier den AI-Weg ausprobieren →. Das kostet ungefähr so viel wie ein Stativ.
Wenn du es wirklich selbst machen willst, sind die obigen Schritte die ganze Handwerkskunst.
Bereit für deine eigenen Headshots?
Lade 8–12 Selfies hoch und erhalte in etwa 30 Minuten 100+ Porträts in Studioqualität. Keine Studiobuchung, kein halber Tag frei.
Shoot starten →Häufig gestellte Fragen.
Kann ich mit nur meinem Handy einen professionellen Headshot machen?
Ja — Handys der letzten 3 Jahre sind scharf genug. Der Engpass ist das Licht (du brauchst weiches Fensterlicht) und die Stabilität (du brauchst ein Stativ oder einen Bücherstapel). Verwende die Rückkamera, nicht die Selfie-Kamera, und vermeide das Ultraweitwinkelobjektiv.
Was ist die beste Beleuchtung für einen Headshot zu Hause?
Weiches, gerichtetes Licht von einem Fenster links oder rechts der Kamera (auf der Nordhalbkugel nach Norden ausgerichtet, auf der Südhalbkugel nach Süden). Vermeide direkte Sonne und Deckenlicht im Raum — beides flacht das Gesicht ab.
Was soll ich für einen professionellen Headshot zu Hause anziehen?
Ein schlichtes Oberteil in mittlerer Sättigung: anthrazitfarbener Blazer, marineblauer Pullover, Bordeaux- oder dunkelgrüne Bluse. Vermeide Reinweiß (überstrahlt), Tiefschwarz (flacht ab) und auffällige Muster oder Logos.